Vitamin K2 und D3: Zusammenspiel, Mengen und Studienlage

Titelbild: Vitamin K2 und D3: Zusammenspiel, Mengen und Studienlage

Vitamin D wird häufig mit Vitamin K2 kombiniert. Die Idee dahinter: Vitamin D fördert die Calciumaufnahme, Vitamin K soll dem Calcium helfen, an die richtige Stelle zu gelangen. Dieser Beitrag erklärt, was Vitamin K ist, welche Mengen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für Ergänzungen nennt und was die Studienlage zur Kombination sagt.

Vitamin K1 und K2: Wo liegt der Unterschied?

Vitamin K ist eine Gruppe fettlöslicher Vitamine. Vitamin K1 (Phyllochinon) steckt vor allem in grünem Blattgemüse. Vitamin K2 (Menachinone) entsteht durch Bakterien und kommt in fermentierten Lebensmitteln und tierischen Produkten vor. Der Körper braucht Vitamin K für die Blutgerinnung und für die Aktivierung von Proteinen, die an Knochen und Gefäßen beteiligt sind, etwa Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein.

Form Vorkommen Hinweis
Vitamin K1 Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Salat, Rapsöl Hauptquelle in der üblichen Ernährung
Vitamin K2 (MK-4) Eier, Fleisch, Butter kurze Verweildauer im Blut
Vitamin K2 (MK-7) Natto, einige Käsesorten längere Verweildauer, häufig in Präparaten

Welche Mengen nennt das BfR?

Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel für Personen ab 15 Jahren pro Tagesdosis höchstens 80 µg Vitamin K1 und höchstens 25 µg Vitamin K2. Diese Werte liegen deutlich unter den Mengen, die manche Kombinationspräparate enthalten.

BfR-Höchstmenge in Ergänzungen pro TagVitamin K180 µgVitamin K225 µg

Was zeigt die Studienlage?

Die Annahme, dass Vitamin K2 Gefäße vor Verkalkung durch hohes Vitamin D schützt, ist laut BfR nicht wissenschaftlich belegt. Die Datenlage zum gemeinsamen Effekt beider Vitamine sei unklar. Für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fand ein Cochrane-Review nur eine kleine Studie mit 60 gesunden Erwachsenen und hält die Evidenz für nicht ausreichend, um eine Wirkung zu beurteilen. Größere Studien laufen, etwa zu Herz-, Stoffwechsel- und Knochengesundheit.

Gut zu wissen: Vitamin K kann die Wirkung von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ abschwächen. Das BfR rät, Vitamin-K-haltige Ergänzungen in diesem Fall nur unter ärztlicher Kontrolle einzunehmen.

Worauf kann man bei Kombinationspräparaten achten?

Hilfreich ist ein Blick auf die Tagesdosis von K1 und K2 im Verhältnis zu den BfR-Werten. Beide Vitamine sind fettlöslich und werden mit einer Mahlzeit besser aufgenommen. Vitamin D wird im Ratgeber ausführlich behandelt, eine Bestimmung des 25-OH-Vitamin-D-Werts liefert Orientierung für die Einnahme.

Fazit

Vitamin K ist für Gerinnung, Knochen und Gefäßproteine wichtig und lässt sich über Gemüse, Eier und fermentierte Lebensmittel zuführen. Die Kombination mit Vitamin D ist verbreitet, aber ein zusätzlicher Nutzen ist nicht belegt. Wer Gerinnungshemmer einnimmt, sollte Vitamin K nur ärztlich begleitet ergänzen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Vitamin K1 und K2?

K1 stammt vor allem aus grünem Gemüse, K2 aus fermentierten und tierischen Lebensmitteln sowie aus bakterieller Bildung.

Welche Menge Vitamin K2 empfiehlt das BfR in Ergänzungen?

Das BfR nennt höchstens 25 µg Vitamin K2 und 80 µg Vitamin K1 pro Tagesdosis für Personen ab 15 Jahren.

Schützt Vitamin K2 vor Gefäßverkalkung durch Vitamin D?

Laut BfR ist das nicht wissenschaftlich belegt, die Datenlage zur Kombination ist unklar.

Wer sollte bei Vitamin K vorsichtig sein?

Menschen, die Cumarin-Gerinnungshemmer einnehmen. Vitamin K kann deren Wirkung abschwächen.

Weiterlesen im Ratgeber

Quellen

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