Kaum eine Infusion wird so stark beworben wie NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid). Das Coenzym ist tatsächlich zentral für den Energiestoffwechsel jeder Zelle und an DNA-Reparatur und Zellalterung beteiligt. Mit dem Alter sinkt der NAD+-Spiegel im Gewebe – daraus leitet die Longevity-Szene die Idee ab, ihn von außen aufzufüllen.
Was gesichert ist
In Zell- und Tiermodellen verbessert eine Anhebung des NAD+-Spiegels mitochondriale Funktion, Insulinsensitivität und einzelne Alterungsmarker. Beim Menschen ist die Datenlage deutlich dünner: Kleine Studien mit oralen Vorstufen (Nicotinamid-Ribosid, NMN) zeigen, dass sich der NAD+-Spiegel im Blut anheben lässt und dass die Einnahme gut vertragen wird. Klinisch relevante Effekte – auf Leistungsfähigkeit, Stoffwechsel oder gar Lebenserwartung – sind bisher nicht robust belegt.
Was die Infusion anders macht
Intravenös verabreichtes NAD+ umgeht den Verdauungstrakt, allerdings ist unklar, in welchem Umfang das Molekül selbst in die Zellen gelangt; vermutlich wird es im Blut überwiegend zu Vorstufen abgebaut und erst dort wieder aufgebaut. NAD+-Infusionen dauern mehrere Stunden, häufige Nebenwirkungen sind Druckgefühl in der Brust, Übelkeit und Kopfschmerz bei zu schneller Gabe. Kontrollierte Studien, die eine Überlegenheit der Infusion gegenüber oralen Vorstufen zeigen, existieren bisher nicht.
Die bodenständige Variante
Der Körper bildet NAD+ aus Niacin (Vitamin B3) und Tryptophan. Niacin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit bei – eine ausreichende B-Vitamin-Versorgung ist die Grundvoraussetzung, bevor über teure Vorstufen nachgedacht wird. Unser Multivitamin Premium enthält 32 mg Niacin sowie Coenzym Q10, das ebenfalls in der mitochondrialen Energiegewinnung wirkt.
Fazit
NAD+ ist ein spannendes Forschungsfeld, aber die Infusion ist beim heutigen Wissensstand eher Hoffnung als belegter Nutzen. Wer in diesem Bereich etwas tun möchte, fährt mit guter Grundversorgung, Bewegung, Schlaf und – bei Interesse – oralen Vorstufen auf Basis aktueller Studien besser als mit stundenlangen Infusionen. Wir beobachten die Studienlage und aktualisieren diesen Beitrag.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise.