Jod ist ein Spurenelement, das die Schilddrüse für die Bildung ihrer Hormone braucht. Diese Hormone steuern Stoffwechsel, Wachstum und die Entwicklung des Gehirns. Weil der Körper Jod nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung kommen. Dieser Beitrag zeigt, welche Mengen empfohlen werden, wo Jod steckt und warum auch zu viel Jod ein Thema ist.
Wie hoch ist der Bedarf?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Referenzwerte 2025 angepasst und nennt für Personen ab 13 Jahren 150 µg Jod pro Tag, für Schwangere 220 µg und für Stillende 230 µg. Die früheren Werte enthielten einen Zuschlag, der inzwischen entfallen ist. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nehmen in Deutschland etwa ein Drittel der Erwachsenen und knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen weniger Jod auf als der geschätzte durchschnittliche Bedarf, weshalb Deutschland als Jodmangelgebiet gilt.
Wo steckt Jod drin?
| Quelle | Hinweis |
|---|---|
| Jodiertes Speisesalz | in Deutschland die wichtigste angereicherte Quelle |
| Milch und Milchprodukte | Hauptquelle, Gehalt schwankt |
| Seefisch | gute natürliche Quelle |
| Eier | enthalten je nach Fütterung Jod |
| Algen (z. B. Kelp) | Gehalte können sehr hoch und sehr unterschiedlich sein |
Wer wenig Milchprodukte und Fisch isst und kein jodiertes Salz verwendet, kann leichter unter den Bedarf fallen. Das BfR weist darauf hin, dass der Milchverzehr sinkt und deshalb auch eine Jodierung von Milchersatzprodukten diskutiert wird.
Auch zu viel Jod kann ein Problem sein
Die American Thyroid Association nennt 1.100 µg pro Tag als tolerierbare Obergrenze und rät, Jod- und Kelp-Präparate mit mehr als 500 µg pro Tag zu meiden. Viele Algenpräparate liefern ein Vielfaches davon. Zu viel Jod kann die Schilddrüsenfunktion stören, besonders bei Säuglingen, älteren Menschen, Schwangeren und Menschen mit bestehender Schilddrüsenerkrankung. Für Routinezufuhr oberhalb des Bedarfs ist kein Nutzen für die Schilddrüse bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit
In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf, weil Jod für die Entwicklung des Kindes gebraucht wird. Die American Thyroid Association empfiehlt für diese Zeit ein Multivitamin mit 150 µg Jod. Ob und in welcher Menge ergänzt wird, sollte mit der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt besprochen werden.
Fazit
Jod ist unverzichtbar für die Schilddrüse, und Deutschland gilt laut BfR als Jodmangelgebiet. Jodiertes Salz, Milchprodukte und Seefisch decken den Bedarf meist gut. Wegen des engen Bereichs zwischen Bedarf und Überversorgung sind Präparate mit sehr hohen Mengen, vor allem Algenprodukte, kritisch zu sehen. Bei Schilddrüsenerkrankungen gehört die Jodzufuhr in ärztliche Hände.
Häufige Fragen
Wie viel Jod braucht man pro Tag?
Die DGE nennt ab 13 Jahren 150 µg pro Tag, für Schwangere 220 µg und für Stillende 230 µg.
Wie viel Jod darf in Nahrungsergänzungsmitteln stecken?
Das BfR schlägt höchstens 100 µg pro Tagesdosis für Personen ab 15 Jahren und höchstens 150 µg für Schwangere und Stillende vor.
Kann man zu viel Jod aufnehmen?
Ja. Zu viel Jod kann die Schilddrüsenfunktion stören. Die American Thyroid Association rät, Präparate mit mehr als 500 µg pro Tag zu meiden.
Sind Algenpräparate eine gute Jodquelle?
Der Jodgehalt von Algen und Kelp schwankt stark und kann sehr hoch sein, weshalb sie als Quelle schwer zu dosieren sind.
Weiterlesen im Ratgeber
- Selen: Bedarf, Obergrenze und Studienlage
- B-Vitamine: Wofür sie gebraucht werden, wer Mangel riskiert und was Infusionen ändern
- Immunsystem und Mikronährstoffe: Was Vitamin C, D, Zink und Selen leisten können
- Zink: Bedarf, Phytat, Studienlage bei Erkältung


